B. Aufzeichnungen und Dokumente
(Januar–November 1871)
1
[Aufzeichnung einer Rede von Karl Marx über die Regierung der nationalen Verteidigung]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 17. Januar 1871]
Bürger Marx sagte, da eine größere Anzahl englischer Mitglieder anwesend sei, möchte er eine sehr wichtige Feststellung machen: Das, was Odger auf der letzten öffentlichen Versammlung in St. James’ Hall über die französische Regierung erklärt habe, entspreche nicht der Wahrheit. In unserer Zweiten Adresse sagten wir, daß einige Mitglieder der provisorischen Regierung schon seit der Revolution von 1848 ein unauslöschliches Brandmal tragen1. Odger sagte jedoch, es laste keine Schuld auf ihnen.
Weiter äußerte Marx: Favre könne man nur als Vertreter der Republik, nicht aber als den untadeligen Patrioten Jules Favre empfangen. Die Art und Weise, in der man jetzt über Favre spreche, stelle ihn in den Vordergrund, während man die Republik fast aus den Augen verliere. Ein Beispiel für Favres Treiben: Nach der Revolution von 1848 wurde Favre, weil Flocon krank war, von Ledru-Rollin zum Innenminister auserwählt. Eine der ersten Maßnahmen Favres war, die Armee nach Paris zurückzubringen, was dann der Bourgeoisie ermöglichte, die Arbeiter niederzuschießen. Später, als das Volk sich davon überzeugt hatte, daß die Nationalversammlung aus Männern der Bourgeoisie bestand, demonstrierte es seine Sympathie für Polen und drang bei dieser Gelegenheit in die konstituierende Versammlung ein. Der Präsident flehte Louis Blanc an, zu den Demonstranten zu sprechen und sie zu beruhigen, was dieser auch tat. Ein Krieg mit Rußland hätte die Republik gerettet. Das erste, was Jules Favre einige Tage später tat, war, die Vollmacht zur Verfolgung Louis Blancs als eines Komplizen der Demonstranten zu verlangen. Die Nationalversammlung war der Meinung, er hätte die Anweisung dazu von der Regierung erhalten, aber alle anderen Regierungsmitglieder hätten diese Maßnahme als eine Privatangelegenheit Favres enthüllt. Die provisorische Regierung habe konspiriert, um die Juni-Insurrektion zu provozieren. Nachdem die Demonstranten niedergeschossen waren, habe Favre die Beseitigung der Exekutivkommission vorgeschlagen. Am 27. verfaßte er das Dekret, wonach die Gefangenen ohne Gerichtsprozeß zu transportieren sind. 15 000 wurden transportiert. Im November war die konstituierende Versammlung gezwungen, einige Fälle noch nicht Transportierter zu untersuchen. In Brest allein mußten 1000 Mann freigelassen werden. Von den Arrestanten, die man der Militärkommission als besonders gefährlich zur Untersuchung übergeben hatte, mußten viele ebenfalls freigelassen werden, andere konnten zu nur kurzen Gefängnisstrafen verurteilt werden. Danach wurde eine Amnestie beantragt. Favre sei stets dagegen gewesen. Er habe zu den Männern gehört, die sich für eine Untersuchungskommission über die ganze Revolution einsetzten, den Februar ausgenommen. Er habe zur Annahme der schändlichsten Preßgesetze beigetragen, die es jemals gegeben hat, und die Napoleon geschickt auszunutzen verstand. Favre habe unter der Julimonarchie gewisse Beziehungen zu den Bonapartisten gehabt und all seinen Einfluß geltend gemacht, um Napoleon in die Nationalversammlung zu bekommen. Er habe alle Anstrengungen unternommen, die Expedition nach Rom zustandezubringen, was der erste Schritt zur Errichtung des Kaiserreichs war.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
2
[Aufzeichnung einer Rede von Friedrich Engels über die Revolution des 18. März in Paris]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 21. März 1871]
Bürger Engels gab eine Schilderung der Lage in Paris. Er sagte, daß die in dieser Woche aus Paris erhaltenen Briefe, die Serraillier bereits erwähnt habe, geklärt hätten, was vorher unbegreiflich gewesen sei. Es habe so aus gesehen, als ob eine Anzahl Männer plötzlich eine Anzahl Kanonen ergriffen und sie behalten hätte. Die ganze Presse und alle Korrespondenten hätten geschrieben, man müsse mit diesen Männern abrechnen, die französische Regierung habe sich jedoch abwartend verhalten. Die Information unseres Pariser Komitees besage, die Nationalgardisten hätten für die Herstellung dieser Kanonen bezahlt und wollten sie behalten. Nach den Wahlen hätten sie begriffen, daß unter der Nationalversammlung, die nun gewählt worden war, die Republik alles andere als gesichert sei. Als die Preußen in Paris eindrangen, seien die Kanonen aus ihrer Reichweite in einen andern Teil der Stadt gebracht worden. Dann habe die Regierung die Kanonen gefordert und versucht, sie den Nationalgardisten wegzunehmen. Aurelle de Paladines sei zum Oberkommandanten der Nationalgarde und Polizeipräfekten ernannt worden2. Unter Napoleon sei er Oberkommandant der Gendarmerie und ein Streiter für die Pfaffen gewesen. Auf Geheiß des Bischofs von Orléans, Dupanloup, habe er fünf Stunden lang in der Kirche Buße getan, während seine Armee in einem Gefecht mit den Deutschen geschlagen wurde. Diese Ernennung habe keinen Zweifel an den Absichten der Regierung gelassen.
Dann habe sich die Nationalgarde zum Widerstand vorbereitet. Von 260 Bataillonen hätten 215, Mannschaften und Offiziere gemeinsam, ein Zentralkomitee organisiert. Jede Kompanie habe einen Delegierten gewählt; aus diesen seien die Unterkomitees der Arrondissements, oder der Stadtteile, gebildet worden, die dann das Zentralkomitee gewählt hätten.
Von zwanzig Arrondissements hätten nur fünf keine Delegierten gewählt. Als die Nationalversammlung nach Versailles zog, habe die Regierung versucht, Paris von den Revolutionären zu säubern und ihnen die Kanonen wegzunehmen. Die gerade in Paris eingetroffenen Truppen habe man Vinoy unterstellen wollen, unter dessen Kommando die Soldaten während des coup d'état von 1851 das Volk auf den Boulevards niedergeschossen. Am frühen Morgen hätten diese Truppen einige Erfolge gehabt, aber als die Nationalgardisten entdeckten, was vor sich ging, hätten sie sich daran gemacht, die Kanonen zurückzuerobern und die Soldaten hätten sich mit dem Volk verbrüdert. Jetzt befand sich die Stadt in den Händen des Volkes; die Truppen, die nicht auf die Seite des Volkes übergegangen waren, seien nach Versailles zurückgezogen worden, und die Nationalversammlung wisse nicht, was sie machen solle.
Keiner der Männer des Zentralkomitees sei berühmt, es gebe keine Félix Pyats und Leute seines Schlages unter ihnen, aber der Arbeiterklasse seien sie gut bekannt. Dem Komitee gehören vier Mitglieder der Internationale an.
Am nächsten Tage solle die Kommune gewählt werden. Das Zentralkomitee habe verkündet, daß die Preßfreiheit respektiert werden würde, aber nicht für die verrottete Bonapartistenpresse. Die wichtigste der angenommenen Resolutionen erkläre, daß der Präliminarfriede respektiert würde. Die Preußen seien immer noch nahe und die Chancen auf einen Erfolg vergrößerten sich, wenn es gelänge, sie aus dem Kampf herauszuhalten.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
3
[Aufzeichnung der Reden von Friedrich Engels
und Karl Marx über die republikanische Bewegung
in England]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 28. März 1871]
Bürger Engels sagte, es sei nicht die Frage, ob wir die republikanische Bewegung unterstützen, sondern ob sie unter den gegenwärtigen Umständen unseren Weg gehen würde. Es gebe Männer wie Peter Taylor und andere, welche einfach die Republik fordern; aber es müsse in Betracht gezogen werden, daß die Abschaffung der Monarchie die Abschaffung der Staatskirche, des Oberhauses und vieler anderer Dinge nach sich ziehen würde. In England könne sich keine republikanische Bewegung entwickeln, ohne in eine Bewegung der Arbeiterklasse hinüberzuwachsen; und wenn eine solche Bewegung entsteht, so müsse man auch wissen, wie sie sich weiterentwickeln wird. Ehe unsere Ideen in die Praxis umgesetzt würden, müßte die Republik errichtet werden. Wir müßten aufpassen, wie sich die republikanische Bewegung entwickle, und es war richtig, daß die Mitglieder der Internationale daran teilnehmen und ihr die notwendige Richtung geben. Sollte die republikanische Bewegung bürgerlichen Charakter annehmen, so würde sie sich in die Sache einer Clique verwandeln. Die Arbeiterklasse kann nicht anders, als mit allen herkömmlichen Formen brechen.
Bürger Engels sagte, in Amerika gebe es ebensoviel Unterdrückung wie in England, aber die Republik würde der Arbeiterklasse breite Möglichkeiten zur Agitation bieten. In den dicht bevölkerten Staaten sei die Arbeiterbewegung organisiert, aber die Größe des unbesiedelten Landes hindere sie daran, zu erstarken.
Bürger Marx gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß keine republikanische Bewegung zu einer wirklichen Kraft werden könne, ohne sich in eine soziale Bewegung zu verwandeln. Die Drahtzieher der gegenwärtigen Bewegung beabsichtigten natürlich nichts dergleichen.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
4
[Aufzeichnung einer Rede von Friedrich Engels
über die Pariser Kommune]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 11. April 1871]
Bürger Engels sagte, er habe noch eine weitere Tatsache mitzuteilen. Die Presse sei neuerdings voll von Wundern, welche die Assoziation vollbracht habe, aber das letzte Wunder, über das eine Pariser Zeitung berichtet, ist, daß Marx 1857 der Privatsekretär Bismarcks gewesen sei.
Engels sagte ferner, es gehe nicht an, daß man die Pariser Ereignisse ihren Lauf nehmen lasse, ohne etwas dazu zu sagen. Solange das Zentralkomitee der Nationalgarden die Lage gemeistert habe, seien die Dinge gut gegangen; aber nach den Wahlen gebe es mehr Gerede als Taten. Gegen Versailles hätte man vorgehen müssen, als es schwach war, diese Gelegenheit sei jedoch verpaßt worden, und es habe jetzt den Anschein, als ob Versailles die Oberhand bekomme und die Pariser zurücktreibe. Das Volk werde es nicht lange dulden, in die Niederlage geführt zu werden. Die Pariser hätten an Boden verloren, ihre Munition werde ziemlich wirkungslos verschossen und ihre Lebensmittelvorräte würden aufgebraucht. Man könne sie nicht durch Hunger zur Übergabe zwingen, solange Paris von einer Seite her offen ist. Favre hat es abgelehnt, preußische Hilfe anzunehmen. Im Juni 1848 sei der Kampf in vier Tagen vorüber gewesen, aber damals hätten die Arbeiter keine Kanonen gehabt. Heute würde er nicht so schnell vorüber sein. Louis-Napoleon habe breite Straßen anlegen lassen, um mit Kanonen auf die Arbeiter schießen zu können, heute aber komme dieser Umstand den Arbeitern zugute, heute werden sie mit Kanonen in diesen Straßen auf den Gegner schießen. Die Arbeiter – 200 000 Mann – seien weit besser organisiert als bei allen früheren Aufständen. Die Lage sei schwierig und die Chancen seien nicht so gut wie vor zwei Wochen.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
5
[Aufzeichnung einer Rede von Karl Marx
über die Pariser Kommune]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 25. April 1871]
Marx... oder Zeitungen. In Zukunft werde dies in Ordnung gehen, da die geschäftlichen Verbindungen zwischen der Kommune und London von einem Emissär erledigt würden, der auch unsere Verbindungen aufrechterhalten werde.
Serraillier und Dupont seien als Kandidaten aufgestellt worden, um die leeren Sitze im 17. Arrondissement einzunehmen. Serraillier habe mitgeteilt, Dupont werde sicherlich gewählt werden, aber seit der Wahl habe er nicht mehr geschrieben; möglicherweise habe er nach Manchester geschrieben. Es stelle sich heraus, daß mehr Briefe abgeschickt worden seien als angekommen sind.
Félix Pyat und Vésinier hätten Serraillier und Dupont in Paris verleumdet, dies aber, als Serraillier sie gerichtlich zu belangen drohte, bestritten. Es sei dringend notwendig, sofort nach Paris zu schreiben und die Hintergründe aufzuzeigen, warum Serraillier und Dupont von Pyat verleumdet wurden. (Auf Vorschlag von Bürger Mottershead beauftragt der Rat Bürger Marx mit der Abfassung dieses Briefes.)
Lafargue habe die Briefe außerhalb der Pariser Befestigungslinie zur Post gegeben, daher sei ihre Weiterbeförderung per Eisenbahn aufgehalten worden; die Briefe seien sowohl von der französischen als auch von der preußischen Regierung gesichtet worden. Die meisten darin enthaltenen Nachrichten seien veraltet, aber es gebe einige Tatsachen, worüber die Zeitungen nicht geschrieben hätten. In den Briefen werde mitgeteilt, die Provinzen wüßten genausowenig, was in Paris vorgeht, wie zur Zeit der Belagerung; wenn nicht gerade gekämpft werde, sei Paris so ruhig wie nie zuvor.
Ein bedeutender Teil der Mittelklasse habe sich der Nationalgarde von Belleville angeschlossen. Die großen Kapitalisten seien geflohen, aber die kleinen Geschäftsleute und Handwerker gingen mit der Arbeiterklasse. Die Begeisterung des Volkes und der Nationalgarden sei unvorstellbar, und die Versailler seien Narren, wenn sie hofften, in Paris eindringen zu können. Paris glaube nicht an einen Aufstand in den Provinzen und wisse, daß gegen die Stadt überlegene Kräfte herangezogen werden; aber es fürchte dies nicht; Besorgnis bestehe jedoch wegen einer preußischen Intervention und wegen Mangel an Lebensmitteln. Die Dekrete über die Mieten und Wechsel seien wirklich zwei meisterhafte Schläge; ohne sie wären Dreiviertel der kleinen Geschäftsleute und Handwerker bankrott gegangen. Die Ermordung von Duval und Flourens habe den Wunsch nach Rache hervorgerufen. Flourens' Familie und die Kommune hätten einen Gerichtsbeamten beauftragt, der die Todesursachen feststellen sollte; es sei ihm jedoch nicht gelungen. Flourens sei in einem Hause umgebracht worden.
Man habe einige Informationen darüber erhalten, wie Depeschen fabriziert werden. Als Brutto die Konten der Regierung der nationalen Verteidigung überprüfte, habe er entdeckt, daß Gelder gezahlt worden seien für die Herstellung einer verbesserten transportablen Guillotine. Die Guillotine sei gefunden und auf Anordnung der Kommune öffentlich verbrannt worden. Die Gasgesellschaft habe der Gemeindeverwaltung mehr als eine Million Franken geschuldet, aber keine Bereitschaft gezeigt, sie zurückzuzahlen; erst als man ihr Eigentum beschlagnahmt habe, sei ein Wechsel in Höhe dieser Summe auf die Bank von Frankreich gegeben worden. Alle Depeschen und Berichte der Korrespondenten darüber gäben diese Dinge entstellt wieder. Am meisten wurme es sie, daß die Kommune so billig regiere. Ihre höchsten Angestellten erhalten nur 6000 Franken jährlich, die anderen nur Arbeiterlohn.
Die Adresse3 werde bis zur nächsten Sitzung fertig sein.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
6
[Aufzeichnung einer Rede von Friedrich Engels
über die Pariser Kommune]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 9. Mai 1871]
Bürger Engels erklärte dann, daß die Adresse3 noch nicht fertig sei. Bürger Marx sei ernstlich unpäßlich gewesen, und die Arbeit an der Adresse habe seinen Zustand verschlechtert. Am Sonnabend würde sie jedoch fertig sein und das Ständige Komitee könne am Nachmittag zu beliebiger Zeit nach fünf Uhr bei Marx zusammenkommen. Ein Abgesandter der Kommune sei in London gewesen und habe gute Nachrichten gebracht. Strenge Maßnahmen seien jetzt ergriffen worden, damit niemand ohne Passierschein in die Stadt eindringe. Man sei dahintergekommen, daß Versailler Spitzel frei herumspazierten. Der Hauptangriff sei abgewehrt. Die Versailler Armee habe versucht, zwischen den Stellungen der Nationalgardisten und den Festungswällen durchzubrechen; aber jetzt könne sie nur noch an einer Stelle angreifen, und zwar dort, wo sie schon einmal einen Mißerfolg hatte. Die Verteidigung werde stärker. Die Kommune habe etwas an Boden verloren; Clamart wurde zurückerobert. Selbst wenn es der Versailler Armee gelingen sollte, die Wälle einzunehmen, so befinden sich dahinter die Barrikaden. Es habe noch nie einen solchen Kampf gegeben, wie den jetzt bevorstehenden; zum erstenmal würden Barrikaden mit Kanonen, Armeegewehren und von regulär organisierten Truppen verteidigt werden. Die kämpfenden Armeen seien sich jetzt nahezu gleich. Versailles kann keine Truppen aus der Provinz erhalten; einen Teil seiner Truppen mußte es abkommandieren, damit sie die Ordnung in den Städten aufrechterhalten. Thiers könne nicht einmal den Munizipalräten erlauben, zur Erörterung politischer Fragen in Bordeaux zusammenzukommen; um dies zu verhindern, sei er gezwungen, das Gesetz Napoleons anzuwenden.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.
7
[Aufzeichnung einer Rede von Karl Marx
über die Pariser Kommune]
[Aus dem Protokoll der Sitzung des Generalrats
vom 23. Mai 1871]
Bürger Marx erklärte, daß er krank und daher nicht in der Lage gewesen sei, die versprochene Adresse4 fertigzustellen, er hoffe aber, daß sie bis nächsten Dienstag fertig sein werde. Was die Kämpfe in Paris anbetrifft, befürchte er, das Ende sei nahe, aber wenn die Kommune geschlagen werde, so sei der Kampf nur aufgeschoben. Die Prinzipien der Kommune seien ewig und könnten nicht zerstört werden; sie werden sich immer wieder und wieder durchsetzen, bis die Arbeiterklasse befreit ist. Die Pariser Kommune werde mit Hilfe der Preußen niedergeschlagen, die die Rolle von Thiers' Gendarmen übernommen haben. Bismarck, Thiers und Favre haben konspiriert, um die Kommune zu vernichten. Bismarck habe in Frankfurt erzählt, daß Thiers und Favre ihn um Einmischung gebeten hätten. Das Ergebnis beweise, daß er bereit war, alles in seiner Macht stehende zu tun, um ihnen zu helfen – ohne das Leben deutscher Soldaten zu riskieren, nicht etwa, weil er auf Menschenleben Rücksicht nehme, wenn es etwas zu erobern gilt, sondern weil er Frankreich noch mehr erniedrigen möchte, um es noch mehr zu erpressen. Bismarck habe Thiers mehr Soldaten gestattet, als in der Konvention festgelegt war, aber Lebensmittel nach Paris zu bringen, habe er nur in begrenzten Mengen erlaubt. All dies sei nur die Wiederholung der alten Geschichte. Die obern Klassen waren sich immer einig, wenn es galt, die arbeitende Klasse niederzuhalten. Im 11. Jahrhundert habe es den Krieg zwischen französischen und normannischen Rittern gegeben, die Bauern aber erhoben sich zum Aufstand. Sofort vergaßen die Ritter ihre Streitigkeiten und verbündeten sich, um die Bewegung der Bauern niederzuschlagen. Um zu zeigen, wie die Preußen Polizeidienste leisteten, müsse daran erinnert werden, daß in dem von den Preußen besetzten Rouen 500 Mann unter dem Vorwand, sie hätten zur Internationale gehört, verhaftet worden sind. Man fürchte die Internationale. Kürzlich habe Graf Jaubert – diese vertrocknete Mumie, ein Minister von 1834 –, ein Mann, der dafür bekannt ist, daß er die Maßnahmen gegen die Presse unterstützt, in der französischen Nationalversammlung eine Rede gehalten und gesagt, daß es nach Wiederherstellung der Ordnung die erste Pflicht der Regierung sein müsse, die Tätigkeit der Internationale zu untersuchen und sie zu unterdrücken.
Nach dem Protokollbuch.
Aus dem Englischen.